Aktuelles

 


 

 

♥  Mein vorerst letztes Buch `Tanz des Kolibri ´  ist veröffentlicht und ab sofort überall im öffentlichen Buchhandel erhältlich. Leseprobe & Buchbestellung &  Playlist Kolibri

Leseprobe :

Ich mache es öffentlich und schreibe darüber. Ich habe eine Scheiß Angst. Aber ich mach´s trotzdem. Das war so oft mein Leitspruch und so wie die Sache aussieht und die Lage gerade ist, bleibt er das wohl auch noch für eine geraume Weile. Es ist kein so schlechter Spruch. Für wie lange weiß ich nicht. Ich weiß, man kann nicht vorgreifen, aber gesagt wollte ich es doch schon mal haben. Vielleicht bin ich ja nur Protagonistin für eine Folge `Kosmische, versteckte Kamera.´ Irgendwann geht das Licht an, alle klatschen und lachen und der ganze Spuk ist vorbei. Oder wie sollte man sich dieses paradoxe Ding, namens `Mein Leben´ sonst erklären? Gestatten, mein Leben. Ich. Versuchen sie erst gar nicht, mich zu begreifen. Ich schaffe es ja selbst nicht. Entweder man wird hier bekloppt oder erleuchtet, im gewöhnlichsten Sinn, versteht sich. Eines Besseren belehrt. Vielleicht habe ich gerade die klügste Definition aller Zeiten entdeckt. Erleuchtung ist : Eines Besseren belehrt werden. Allgegenwärtig, bis zum St. Nimmerleinstag. Natürlicher Zustand ist : Dein Startkapital, dein Sp (i) rit, dein Raum, deine Perspektive, um um das alles ertragen und beim lebendigen Leib unmittelbar erleben zu können. Ohne daran zu zerbrechen oder wahnsinnig zu werden. Und wenn es gut läuft, mit einer gehörigen Portion Humor zu würzen. Wozu? Für nix und wieder nix. Außer natürlich für deine Erkenntnis, dein Wachstum, deine Reifung, deine Befreiung, die Evolution, all diese furchtbar bedeutungsschwangeren Dinge. Aber vielleicht auch für nix. Vielleicht ist das unsere größte Angst. Dass es ohne Grund geschieht. Halt so. Außer natürlich zum Schreiben und Schreiben und Schreiben, damit ich was zu tun habe, was Wichtiges natürlich und ihr was zu lesen. Sonst würde ich nur herumliegen und dahin vegetieren. Zu nutzlos. Also braucht es vielleicht was Sinnvolles, um mich selbst und euch zu unterhalten. Und so weiter. Könnte alles auch sein. Doch so nenne ich es Zeugnis geben. Noch und noch. Nackt da stehen. Der Leibhaftig gewordene erwachte Irrtum, ein Dilemma verkörperter, reiner Ratlosigkeit. Wieder und wieder. Wie ist doch dieses herrliche Nichtwissen so schön. Diese Offenheit, diese Unverfälschtheit und diese spielerische Leichtigkeit und Sorglosigkeit, von der es meist begleitet wird. Abgesehen von den Momenten wo du alles kurz und klein schlagen könntest. Wenn das Abstruse abfällt, all das Zuviel, was dann? Was bleibt denn übrig, außer einer Schaufel Dreck? Eine ganze Menge Ewigkeit mit dem Klang der Schöpfung, deiner. Was du draus gemacht hast. Das Lied, das du hervor gebracht hast, in deinem Spiel. So wie sie war und geworden ist. Durch dich. Vor ein paar Tagen führte ich mit meinem Sohn ein Gespräch über den Tod, bzw. wohin dieses Gewand nach der Aufführung des Stückes wandern sollte. Auf jeden Fall nicht in die Altkleiderkammer der Erde. Entschuldigung liebe Mutter Erde. Aber – nein. Bei dem Gedanken krieg´ ich einfach keine Luft. Falls ich doch mal irgendwann ein Wörtchen mitzureden hätte, dann nein, das will ich nicht, obwohl ich dich sehr liebe. Und deine Nähe ja auch oft genug suche. Aber das wäre dann doch irgendwie nicht meins. Es ist eine schreckliche Idee für mich. Erst dachte ich ja an einen Baum in einem Friedwald. So wie das heute immer moderner wird. Es gibt sogar einen hier in der Nähe in Dietzenbach. Weil ich doch so gerne im Grünen bin. Und Bäume so sehr mag. Aber ganz wohl fühlte ich mich dabei nicht. Ich merkte, dass so eine kleine Fürsorge für S. dahinter stand, der doch bestimmt einen Ort wollte, wo er hingehen könnte, um zu trauern. Na ja, so ein typisches Mama Denken. Wie so oft, war es nur mein Gedanke. Nicht seiner. Wie so oft. Er macht es anders. Er wünscht sich zu seiner Beerdigung die Titelmelodie von Spongebob Schwammkopf. Und das ist gut so. Er sagte, nachdem er Luft geholt hatte angesichts dieses Themas, er kennt ja nun sein verrücktes Mutterschiff schon eine ganze Weile und meinte: „Aber Mama, du willst doch immer ans Meer. Ich bringe deine Urne ans Meer, hoch an eine Klippe und verstreue die Asche. Ob ich das darf oder nicht, ist mir ziemlich egal. Dann bist du überall. Und du bekommst endlich Luft. Wie gut er mich kennt. Wie schön, dass er sich in seinen jungen Jahren dem so stellen kann. Ich liebe ihn unendlich, falls ich das in diesem Buch noch nicht erwähnt hatte. Im übrigen glaube ich ja, dass ich persönlich steinalt werde. Ich sagte zu ihm, dass ich vermutlich, gerade weil mich der Stachel des Todes mein Leben lang schon so diebisch kitzelt, ein sehr, sehr altes Mutterschiff werden würde. Eines, das ihn noch ziemlich lange begleitet und nerven würde. Der ganze Aufwand musste sich schließlich auch irgendwie gelohnt haben. Aber man könne sich ja schließlich mal darum zu Lebzeiten kümmern. So ein bisschen Gefühl von planbarer Kontrolle und strukturierter Vorhersehbarkeit, ist bei einem Leben wie diesem, durchaus eine attraktive Vorstellung. Das gönne ich mir ab und zu. Sozusagen wenigstens für meinen letzten Akt. Geordnete Bürokratie. Aber in den Händen meines Sohnes bin ich sicherlich noch einmal um ein Vielfaches besser aufgehoben. Ich glaube ja, dass ich eine extrem schwierige, da sture Kandidatin, für solch ein transpersonales Experiment bin. Aber nun gut. Ich gebe mein Bestes. Mein Schöpfer wusste ja schließlich, worauf er sich einlässt mit mir. Nachdem ich jetzt schon vermute, dass mein geplanter, durchaus ernst gemeinter Deal mit dem Leben ein weiteres Mal geflissentlich überhört wird, füge ich mich dem was ist. Schreiben. Und was sonst noch so ist. Ein Träumchen. Du kannst in manchen Stunden kaum die Hand heben, um deine Kaffeetasse zu heben, geschweige denn richtig atmen; dein Kreislauf spielt am laufenden Band verrückt. Nahrungsaufnahme wird zu russisch Roulette, deine bevorzugte Position in Schüben und Clustern ist Liegen, weil die Schwäche nun mal keinen Widerspruch zulässt und dich zu einer Runde Freifahrtschein, einem lustigen Fall ins Wunderland, mehrmals am Tag überzeugend einlädt. Die chronischen Kopfschmerzen und Migräneattacken verabschieden sich meist nur 5 Tage im Monat in ihr wohlverdientes frei, ansonsten hängen sie bei mir herum. Ohne Chance. Und doch schreibe ich. Und doch ist da eine Kraft, die übernimmt. Früher sagte ich mal ironisch `Setzt mich in meinen Rollstuhl und dann kommt alle zur Erleuchtung.´Es ist alles so skurril. Als ob wir etwas wüssten. Als ob wir das Große durchschauen. Als ob wir eine Lehre hätten, die für all das taugen könnte. Nur dies hier. Diese Unmittelbarkeit, diese Kraft und Intelligenz, die das alles bewegt. Die alles funktionieren lässt. Die mich schreiben lässt, wie eine Irre. Oder malen. Weil kreatives Material frei gesetzt wird durch diesen mystischen Affentanz. Ich kann nicht anders. So könnte ich, wie einst Martin Luther sagen: Ich liege hier, ich kann nicht anders. Wer soll denn das begreifen? Vielleicht bin deshalb verbeamtete, fest angestellte Autorin beim kosmischen Verlag, all das festzuhalten für die Nachwelt, falls es noch mehr Exemplare wie mich geben sollte. Oder vielleicht ist ja mein Schreiben und Lesungen und die Videos eine Art verzweifelter Aufruf, den ich wie eine Flaschenpost in dieses komische All werfe, mit der Botschaft: Meidei, hört mich da draußen Jemand. Versteht mich da draußen auch nur irgendein Schwein? Ist da vielleicht noch Jemand falsch gelandet? Welcher Film ist das gerade bitte. Zwick mich mal einer, damit ich aufwache. Doch ich ahne ja schon, das ist das Aufwachen. Ein unsanftes. Und heiter gleichermaßen. Da falle ich am Tag mehrmals der Schwerkraft zum Opfer, bevorzugt in der Küche und im Flur, wenn ein unmissverständlicher Schwächeanfall kommt und der Körper einfach zusammenklappt. Eine halbe Stunde später sitze ich, bzw. mein Galgenhumor im Skype Termin. Einem klaren, wunderbaren Beratungsgespräch. Denn wie könnte es anders sein, ist mir auch noch eine berufliche Selbstständigkeit anvertraut. Ist klar, oder? Das kann sich keiner ausdenken. Doch es funktioniert. Wie weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass.Nun denn. Ich bin froh, dass die langen Phasen der völligen Bettlägerigkeit vorbei sind. Meine Leine ist etwas länger. Und doch rückt das alles immer wieder in verräterische Nähe. Immer wieder. Verändert hat sich ansonsten nicht viel, außer dass diese verrückte Erkrankung schubweise in ihrer ganzen Wucht erblüht. Abflacht. Erblüht. Und so weiter. Die Liste der Symptome und schwerwiegenden Phänomene ist lang und unglaublich unglaublich und vor allem eines. Grausam. Unerbittlich. Wie dankbar bin ich, dass sich diese Qualität des Erlebens stabil und konstant hält. In dieser Lebendigkeit und Unmittelbarkeit kann ich es gut erfahren und sehen. Ich weiß. Das reicht. Und sollte es in Politik, Forschung und Medizin Verbesserungen geben, würde ich vermutlich auch wieder mal einen Fuß in diese heiligen Hallen setzen. Ansonsten komme ich für mich erst mal zurecht. Was sehr erstaunlich ist, bei dem, wie es ist. Der Pulsschlag des Lebens schlägt im Takt und im Takt und im Takt. Unerbittlich gnadenlos, in ihrer ganzen Fülle, Tag und Nacht. Ich bin dankbar für diese tiefgreifende Erfahrung, auch wenn ich oft so laut fluche, dass es bis zur letzten Ecke des übernächsten Universums schallen müsste. Doch sie befreit auch diese Gnade. Noch und nöcher. Von jeglicher Idee, von jeglichem Bild, was man sich so als Mensch machen kann. Im sprichwörtlichen durchdrungen werden, beim Schopf gepackt, geschieht Vernichtung, ohne jeglichen Tropfen Kraft. So manches Mal. Und wie so oft, setzt sich ganz praktisch dann, Wunder volles frei und belebt den Körper neu. In einer Art und Weise, die völlig unvorhersehbar, sprachlos macht. Ist das die Auferstehung? Es macht mich sprachlos, doch nicht so sprachlos, dass ich nicht schreiben könnte. So gut kennt ihr mich ja jetzt schon. Es erhebt sich also aus dem völlig am Boden liegen. Eine Art friedvolle, glückselige Erhabenheit, so nah dran, so nah dran, kaum auszuhalten. Und doch. Schöner als jeder Orgasmus. Doch auch wieder ganz unspektakulär. Meist so unspektakulär, dass es keine Sau interessiert. Oder nur sehr wenige. Zum Glück gibt es mein lyrisches Ich, ohne das wäre ich völlig aufgeschmissen. Und zum Glück gibt es euch. Die ihr hören, sehen und fühlen mögt. Die ihr mich ganz einfach mögt. Und meine Bücher lest. Warum auch immer. Da ist er wieder, mein Galgenhumor. Na ja, ich schreibe halt mein Leben gern um mein Leben, Und wie ich gerade feststelle, wird es in diesem Buch nicht besser. Wie eine Bekloppte. Jedes Wort singt aus meinem geliebten Dennoch. Und pfeift oft genug aus dem letzten Loch. Jedes letzte Loch ist nicht soo schlecht. Es sei denn, man steckt darin fest, wie ein zu dicker Dackel in einem Kaninchenbau. Auch dieser Eindruck drängt sich mir manchmal leise auf. Woher soll es sonst aufsteigen, wenn nicht aus dem sich tief verneigen vor dem Leben, vor dem Schicksal, vor der Existenz, ganz nackt? Und genau so auch geboren. Das im Angesicht des Todes von purer Lebendigkeit erzählt, schöpferisch beseelt. So wahr, dass du´s nicht wissen willst. Oder wenigstens nicht so genau. Bis es dann geschieht und es soweit ist. Verzeiht meine derbe Ausdrucksweise, hier und da. Mir ist so nach herzhaftem, erleuchtenden Fluchen. Möge jeder Kraftausdruck jeglichen Schleier zerreißen und jede Verzagtheit wandeln in Mut und in ein befreites Lachen. Dein dich erheben im Zerschlagen sein. In deine Ermächtigung hinein. Aus jeglicher ohnmächtiger Vernichtung, die Frieden stiften will. Angesichts dieses ausweglosen, unfassbar, schrecklich schönen Lebens, das so lebendig ist, auf seine ganz eigenwillige Weise, ob ich das nun will oder nicht, bin ich auch glücklich und auch ein bisschen stolz, das alles hier so schreiben zu dürfen. Und zu können. Und bei aller, oft genug verheerender Symptomatik meines Langzeitbesuches, meines derzeitigen Geliebten, der Myalgischen Enzephalomyelitis, kurz M.E. genannt, trotz allem in der Lage zu sein, meinen Alltag selbständig bewältigen zu können und neben Tatort Bereinigungen, der angemessenen Überführung achtsam Ermordeter und der Resozialisierung friedvoller, vorbestrafter Fellnasen, neben Dichten, Schreiben, Erziehung, Lachen, Fluchen, Weinen und Putzen, mich jeden Tag erstaunlicherweise genug Zeit und Kraft findet, meiner Arbeit, meiner Tätigkeit in meiner Praxis nachzukommen. Denn Klartext gesprochen, dient diese Arbeit zur Existenzsicherung für mich und meine kleine, charmante, verrückte Familie. Was erstaunlicherweise immer wieder funktioniert. Das Leben trägt sich selbst und damit mich. Bis jetzt jedenfalls. Irgendwie. Das Überragende existiert überall und schert sich einen Teufel um meinen Stolz oder meine Person und doch ist sie offensichtlich kostbar, wertvoll und geliebt. Denn ohne sie würde es all das nicht geben. Und ohne dich würde etwas fehlen. Es geht hier nicht um meine vermeintliche Leistung. Oder um Mitleid. Es geht hier nur ums Zeugnis, ums Schreiben, ums Berühren. Ums Erwecken und wach kitzeln, ums ermuntern, ums lachen, um ganz schön viel, bei all dem, worum es nicht geht. Bei dem vielen Nichts ...

Tanz des Kolibri
Poetische Briefe aus der Ganzheit
Paperback
352 Seiten ISBN-13: 9783751979924
21,99 € 

♥ Mein kürzlich begonnener Persönlicher Blog `Löwinnenzart - Leben mit M E ´ ist zwar online, ruht jedoch

♥ Die Nachtigall wurde ebenso vor kurzem veröffentlicht. Playlist Nachtigall

♥ Auf meiner neuen Seite `Lyrik` findest du aktuelle Gedichte

 

KONTAKT und ADRESSE

Im hohlen Baum 19, 63150 Heusenstamm

Kontakt

Tel: +49 (0) 6106 8819060
Email: lebensquell@gmx.de
Skype: carmenk.stern

Bildnachweis:

Bilder Carmen Katharina Stern

Newsletter