Reiner Klang (Gedicht aus dem Jahr 1997)

In mir erklang das Wort.
Das Unsterbliche.
Mitten in der Nacht.
Ich träumte, ich sei wach.
Es war da Klang nur, reiner Klang.

Er selbst war es.
Alles in mir wusste ...
Bebte.
In zärtlicher Süße.
Bodenlose Macht
seines namenlosen Klangs.
So erzittert all mein Sein.
Tanzend im Spiegel.
Schwebend über dem gähnenden Schlund
eines eigenschaftslosen Abgrundes.
Alles was ich bin,
sprach das Wort;
nahm sich alles.
Reiner Klang.
Das Pendel schlug mir bis ins Mark.
Ins jenseitige Jetzt.
Es blieb ohne ein Zweites.
Weil alles,
alles,
alles,
dahin folgen muss,
was danach kam.
Was zutiefst nach Wahrheit dürstet.
Der zurückgekehrte Klang,
der Ruf dessen,
was dieser Klang ist,
übersteigt alles Bekannte.
Erst wenn du den Vater kennst,
erst dann hörst du.
Sein unsterbliches Wort in jeder Schöpfung,
bist du und Er.
Das, was beide atmet.
Dessen Klang ist laut.
Es löscht alles andere.
Pure Ehrfurcht.
Beeindruckendes,
das hier zutiefst aus meiner Seele klang.
Aus jedem Herzen des Universums.
Dem Jenseitigen.
Erschütterndes Erleben.
Hand in Hand mit entsetzlicher Freude
über die Wahrheit meiner eigenen,
unfassbaren,
erstaunlichen,
einfachsten Nichtexistenz.
So wirst du zum Wort.
Zum unsterblichen Lebendigen.
Geburt des Unsagbaren.
Noch in der Geburt des Sagbaren,
Ewigen, ertönt dieser Klang.
Gebärt sich das unsterbliche Wort
aus dem Unsagbaren.
Noch bevor dieser Klang ist;
bin ich.
Einziges.

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