Unruhige Zeiten, massive Unzufriedenheit bei vielen Menschen.
Seltsame Zustände, paradoxe Phänomene, heftige Lebenserfahrungen … Ratlosigkeit und immer weiter die Suche nach Antworten, nach ein bisschen Kontrolle und Sicherheit im Leben. Wie menschlich ist das denn und so normal, so sympathisch. Doch die herrschende Zeitqualität (bei mir persönlich gefühlt seit 1970 ;) ) tut vielen von uns diesen Gefallen nicht. Es rüttelt, es schüttelt, es entlarvt, es enttäuscht, es überfordert, es fordert, es konfrontiert, es zeigt Wesentliches auf, es zeigt Unnützes auf, es zeigt auf solch vielfältigste Art und Weise, dass das Leben offensichtlich nicht vorhat, kontrollierbar, verstehbar, durchschaubarer zu werden. Es will gelebt werden, genau so wie es ist. Genau so unmöglich, schön, schrecklich, schmerzhaft, grausam, umwerfend, wundervoll, lästig, anstrengend, aufregend. Genau so unberechenbar und wild wie es ist. In Offenheit, Weite, Klarheit und Stabilität, einer gehörigen Portion Humor (manchmal auch Galgenhumor) lässt es uns in immer leichter werdenden Einfachheit zurück. Hier. Doch anstatt es uns vollpackt mit theoretischem Wissen, hinterlässt uns jede Erfahrung in vertrauensvollerer, leerer Nichtwissenheit, die nur aus total lebendiger, gemachter und verdauter Erfahrung erblühen kann.
Stehst hier wieder und wieder mit leeren Händen, staunenden Augen und einem mitfühlenden Herzen. Das ist meist alles was übrig bleibt aus - „Deinem“ Leben.

So viele Fragen, so viel Kampf ums Recht haben...
Viel zu klein alles, für diese Kraft.
Viel zu klein …
Und doch stellte das Schicksal mich und viele von uns immer wieder mitten hinein in diese wesentlichen Lebensfragen. Ganz lebendig. Ganz und total mit Leib und Seele zu schmecken. Frisch. Nicht statisch.
Warum weiß ich nicht. Es geschieht von Anfang an so.
Die gemachte Erfahrung und Erforschung, einschließlich der erworbenen Fähigkeit (sprich Präsenz & Resilienz & Qualität) scheint dem Leben und den Menschen zu dienen. Doch auch dies ist nur eine Annahme, ein Erfahrungswert, wie alles.

So stellte man mir vor einiger Zeit auch folgende Frage:
„Mündet die sogenannte Todes Erfahrung (Ewigkeitserfahrung) im Natürlichen Zustand?
Führt überhaupt irgendeine (Grenz) Erfahrung in den Natürlichen Zustand?“

Nichts mündet Hier, nichts führt Hier her.
Die Anlage der Qualitäten des Natürlichen Zustandes sind vorher da.
Sind die Grundlage, dass solche Grenzerfahrungen gemacht werden.
Meist die Begegnung mit dem Tod, mit unaussprechlichem Schmerz und mit massiven Ängsten.
Existentielle und essentielle Erfahrungen, die den Körper Geist Organismus maßgeblich beeindrucken und die Lebensperspektive gehörig verändern. Ebenso kann sich der sogenannte Referenzpunkt des Bewusstseins immer wieder verschieben. Auch das wird als existenziell erlebt werden und ist meist alles andere als angenehm. Denn mit jeder entgrenzenden, erweiternden inneren Bewegung verschiebt sich alles. Verdrängte, unterdrückte, abgespaltene Inhalte und psychisches Material tauchen auf.
Der Friede, er weicht nicht, doch manchmal gibt es Momente, wo auch dies nicht mehr auf dem Schirm ist.
Wir wissen einfach nichts in Wahrheit. Gar nichts.
Auch hier gibt es keinen Endzustand.
Das ganze Leben ist und bleibt eines, dass es zu erleben gilt und mit den angelegten Möglichkeiten und Ressourcen zu erleben. Völlig konträre, scheinbar nicht zueinanderpassende Bewusstseinswelten und Wahrnehmungsbereiche tun sich auf. Hinterlassen einen Geschmack, eine gewisse Sicht auf die Dinge. Es gibt keinen Endzustand. Weder im Alles, noch im Nichts.
Während z.B. die Todeserfahrung die Qualität der grenzenlosen Ewigkeit des Nichtseienden preisgibt, in der alles verschwindet, das Ich, die Welt, alle Universen, gibt es z.B. auch die Erlebensperspektive im Natürlichen Zustand, als das Ende des Menschen, das Ende von Bewusstsein, dass der Körper als das Element erlebt wird, das als einzig Reales übrigbleibt und in sich ewig ist, weil es sich immer wieder neu generiert. Ohne Ich, ohne individuelle Seele, wohlgemerkt, ohne Konzept der Reinkarnation. Vielleicht sind durch all diese, unmöglich fassbare, unkontrollierbaren Lebensvorgänge alle Konzepte in Konfession, Religion, Psychologe und Spiritualität entstanden. Weil es all das, was Menschen erleben können, eben gibt. In gewissem Sinne. Sonst könnte es ja nicht erlebt werden. Was ist da richtig, was ist falsch? Es ist wie es ist.
Wie viele Kriege gibt es deshalb? Beharrt jemand auf die absolute Richtigkeit seiner Perspektive, ja, dann... !
Alle diese Erlebnis Perspektiven, ich nenne sie Bewusstseinswaben zeigen lediglich wie unermesslich groß und in ihrer Gänze völlig unbegreiflich das Ganze bleiben muss und wird. Der Mensch kann nicht bestimmen, welche Erfahrung er macht. Er wird hineingestellt, genau so wie in sein Schicksal. Er kann diese Erfahrungen machen, sie ausloten und im Besten Fall, wie in meinem, das Erlebte in Worte fassen und zur Verfügung stellen. Wie eine Art Report. Dies kann als Unterstützung angenommen werden.
Manche nennen solche Erfahrungen dann Erwachen oder Erleuchtung, oder sonst wie.
Gemeinsam haben all diese Erfahrungen, gleich welcher Erfahrungswerte, dass sie alle in sich leer sind, gleich welche Wirkung sie für das Körper Geist System haben. Und sie werden natürlich eine haben, weil alles in dieser Realität den menschlichen Organismus beeindrucken kann und wird.
So hat alles eine Wirkung, bleibt für den Körper ein Echo, ein Geschmack.
Für das menschliche Erleben und als Hinterlassenschaft ein Echo dieses Bewusstseins und doch in sich leer, als ob nichts geschehen wäre.
Machen kann ich daraus nichts. Wie immer. Lediglich darüber berichten. Das geht.
Begleiten und aufklären, innerhalb vielfältigster, teilweise grenzwertig, heftigster, schwieriger Lebenserfahrungen und dabei unterstützen, Klarheit und Stabilität zu (rück) gewinnen und zu etablieren.
Den kleinen Frieden schmecken darin.
Leere und Weite, immer dichter.
Freiheit im dichtesten Eingebunden Sein.
Mehr geht nicht.
Der große Friede – Er weicht nicht.
Er wird mehr. (gefühlt)
Dankbarkeit erblüht und erblüht und erblüht.
Liebe.
Unfassbar und weiter und weiter unergründlich.
Ist die Suche zu Ende, bleibt nur diese alles erfüllende, lebendige, Leere.
Das nie enden wollende Spiel des Lebens.

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