Liebe Carmen, meinen herzlichen Dank für Deine liebevollen Worte zu meinen Bildern, Worte, die durch das gegenwärtige Betrachten auch das Zukünftige zum Ausdruck bringen können. Und es tut so gut zu wissen, da gibt es einen Menschen, der mich immer wieder zu mir hin, zu meiner Erinnerung, an mein Urvertrauen erinnert. Den Blick zugleich zu sich und zur Welt behält, weil er dieses wertvolle Behältnis In sich bewahrt. Einen Menschen im Gegenüber zu wissen, der die Klarheit des Meeresspiegels auf mich richtet. Nun weiß ich, ich kann und darf meinen ureigenen Lebensweg gehen, so wie ich bin und werden will und kann. Mein Taufspruch lautete: „Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben“. Die Substanz dieser Aussage wuchs immer sichtbar unsichtbarer in meinem Herzen weiter und wird immer mehr unbegreiflich greifbar.Einfach SoSein zu dürfen, mit dem Wissen der unergründlichen Schatten- und Sonnen- Seiten des eigenen Wesens, ohne Bewertung, aber Erkenntnis und klärende Klarheit, Welche Freude! Wie eine Blume erblühen darf, ihrer eigenen Natur entsprechend, weil sie erkannt und sich selber mit sich ver-traut gemacht hat, welch unerschöpflicher Reichtum in dieser kleinen Silbe (trauen, vertrauen, getrauen, zutrauen usw) geborgen ruht. Ein weiter Raum in freier Luft, umgeben vom großen LebensAtemklang Es ist unglaublich, dass ich einen Menschen, Dich liebe Carmen, „getroffen“ habe, der an mich glaubt und mir dadurch meinen eigenen Glauben an die unendliche Schöpfermacht in Erinnerung gebracht hat. Mein eigenes Licht leuchten zu lassen. Du, ein Mensch der mir vertraut hat, die letzten Schritte mutig zu tun, zu mir, nach Hause, an meinen Platz. Ich fand sie oder ihn sonst nirgends, nur jetzt im Nichts. Und eigentlich, schade, die Geschenke, die mir einige Menschen gegeben haben, Ich konnte sie nicht wirklich annehmen. Nur die Schmerzvollen nahm ich entgegen, die Steine, die Dornen, die schweren Lasten, die Verleumdungen, die Verletzungen, die blutenden Wunden, lange Zeit zerrann es zu steinernen Tränen. Aber es war Gut so, vorbei die ständige Flucht, die Verleumdung, das Unterwegs ohne Haus Zusein. Ich habe nicht wirklich ordnen können was ich hereinlassen darf, ich habe I h n nicht nach dem Amen gefragt. Jetzt auf dem Weg, immer mehr dem eigenen Rhythmus gehorchend, jederzeit Innezuhalten, alles Faule der alten Früchte darf abfallen und auf dem neuen Boden dürfen neue Blüten hinter mir wachsen. Das Er-Lauschen der Weltenklänge und -Harmonien, die stillen Laute, der lebendige Friede, die leisen Schreie der unerhörten und ungehörten Seele des Ich-bin, das unendlich zarte kleine Wesen, geborgen im Weltenschoss des Liebenden. Nun kann ich endlich die Arme ausbreiten, und kein wirkliches Unheil kann mir mehr geschehen. Zurückgekehrt die „verlorene Tochter“. Bonhoeffers Lied erklingt in mir: „Von guten Mächten wunderbar geborgen oder getragen“. Liebe Carmen, wenn Du bis hierher durchgehalten hast, danke ich Dir sehr. Es war einfach notwendig diesen Fluss fließen zu lassen, der Fluss, der sich durch meine Hände und ein neues Bachbett, eine Stätte suchte. Und ich glaube Du  Bist der Mensch, der dies und mich versteht. Von Herzen Gisa.