Gesammelt warten schöpft aus erfüllter Leere, aus dem Zarten.
Im tiefen Schoß verankert, kennst du hier des Schicksal Kraft.
Hast geschafft, was nicht zu schaffen war.
Weißt um Zeit, um Rhythmen, um Geburt, um seine kostbar´ Macht.
Geborgen ruhst du in dir selbst, genießt die Lücke,
die Erleichterung, in die du eingeladen bist.
Dein Fühlen, Sehen, Sein, so schlicht und so ergriffen klar.

Gesammelt warten meint, gekleidet in Geduld,
die ohne Zweifel, sich selbst Gewissheit ist.
Die jene Stunde der Verbundenheit umarmt
aus karg erfüllter All Einigkeit erdacht,
wenn gold´nes Zukunftslicht dich neckisch küsst.

Gesammelt warten
trägt stolz ein Gewand still funkelnder Erhabenheit,
aus jenem Ringen selbst vollbracht.
Wenn das Große ist genommen.
Das Kleine ganz durchdrungen.
Tag für Tag und Nacht für Nacht.
In Stille unermüdlich Fleiß.
Von Wahrheit – deiner, die sich sicher ist und weiß.

Gesammelt warten spricht von Sehen ohne Schleier.
Ohne Angst.
Von Atem leicht, der fließend trägt.
Der schenkt dir wertvoll Leben – singt vom Lassen,
klingt im Echo noch ein wenig vom Verblassen der Vergangenheit.
Nimmt dir Last um Last, bist du bereit.
Singt vom Weg der Einfachheit.
Als wär´ das Wunder stets vollbracht.

Wie eine zweite Welt aus reinen Seelensamen nur gemacht,
gebärt sich hier ein Lebensmärchen, schöpfend aus dem Traum, dem deinen.
Als ob er nach dir selbst nur riefe.
In jeder Welle, jedem Strahl – im silbervollen Mondenschein.
Kannst du ihn hören – diesen Ruf, so gibt dem Lassen Raum.
Und deinem Kinde alle Macht.


Versammle dich in deiner Herzenstiefe,
im dunklen Urgrund – leichter Mitte.
Entlassen bist du hier, vollendet, klar.
Bereit zum Leben – einem neuen Ring der Kraft.
Voll der Wunder – ganz und gar.

© 12.10.20

Umarme den Herbst und was er dir nimmt, im freudigen Lassen.
Empfange den Winter samt dem was er bringt.
Sei wie ein sorglos Kind inmitten spielender Kinder.

Streif dir das Laub aus dem Haar, das, noch während es fällt,
durch den Funken erhellt,
als Schneeflockentraum neue Träume bestellt.

Und ohne es wissen zu können ganz nah am Lebensbaum,
dem Immergrünen - süße Blüten erhält, völlig neu und ganz leise - im Stillen.
Es dir wohlgesonnen in seinem Wandel, gehemnisvoll - tiefste Wünsche erfüllt.


© 11.10.20

Da fliegen mir aus meiner Zukunft Leben
voll Leichtigkeit blaue Schmetterlinge froh entgegen.
Als ob sie mich empfangen.
Sie mich ermutigen, noch in dunklen Nächten meines mutig Lassens,
meines Werdens, meines Sterbens,
in Selbstvergessenheit klar zu entscheiden und ganz neu anzufangen.

Es sind so viele, in Gold und Grün und Blau und ist doch Eins.
Ihr zärtlich Hauch eines feinen Flügelschlags auf meiner bebend, schmerzend Haut
weckt mich aus dem Albtraum auf.
Im Schoß, im Herz, im Kopf,
in meinem ganzen Haus duftet es nach gold´nen Träumen.
Sie küssen meine Wunden, meine Narben.
Auf Brust, im Schoß und meiner Stirn.
Erleuchten sie durch heilsam Balsam ihres Nektars voll Erbarm´n.
Umarmen jedes Weh und jedes Ach,.
Jeder noch so dunkle Samen, der nicht meiner war, noch werden soll,
vergeht im Ahnenschoß des Alls, in heil´ger dunkler Nacht.

Aus dem Zukunftslicht, dem strahlend Stern
lockt ihr Tanz, ihr Ruf in unfassbares Glück und erfüllende Gefilde.
In wacher Schau werd´ ich wach und wacher aus meinem alten Traum.
Nacht für Nacht, mit schnellem Atem, heißem Schoß und nacktem Herz.
Atemzüge voller Angst und Schmerz und Lähmung einst,
Fieber und auch Enge schmelzen still hinweg mit jedem Wachen.
Formen sich und mich zu einem neuen Lebensbilde.
Fülle aus der Kargheit,
aus der Kälte – Wärme
und Fließen, gütig – aus der Strenge.

Als ob ihr Tanz in meinem entzückt und staunenden Erfassen
jedes Mal meinen scheuen Fuß ins Neue zieht,
während alle alten Lieder schweigend schön, warm versöhnt verblassen.

Ob ich es wagen kann, einen Fuß zu setzen?
Ja, ich bin mir sicher.
Kann nicht anders.
Diese Gnade nehm´ ich an.
Diese große Liebe.
Flattern erleichtert und vergnügt in mein Herz, in meine Hände,
meine Brust, in meinen Schoß, meinen Mund und meinen Gang.
Zuerst des Nachts und dann am Tag – voll Demut
in jedem, meinem Augen Blick.
Mit jedem Schritt.
Mit jedem liebenden Gedanken an Gesundheit, Frieden, Glück.
So werd ich seh´n und schaun, beglückend spür´n,
dass er mich tragen wird und formen - mein neuer Lebensklang.

Was einst zur Raupe werden musst, fern der Welt,
verschwunden und verpuppt in mulchiger Vererdung.
Verendete in alter Form, so ungesehen, still und so allein.
Geküsst von nichtiger Essenz veredelter Verehrung.
Im tiefsten Wahrheitsschoß vereint.
Verwandelt von Lebendigkeit.
Aus einstiger Vernichtung, bewegt von großer Hand
tritt ein Schmetterling -
lebendig Ebenbild meiner Seele nun ins Sein.

© 4.10.20

 

Des Nachts in Stille Wachheit
fand´ ich mich wie ein kleines Schiff aus unsinkbar, weiß Papier.
Völlig unbeschrieben Blatt auf einem Ozean groß.
Grenzenlos und schwarz.
Kein Land in Sicht, sachtes Wiegen, endlos bloß.

In jedem Atemzug,
mit jedem Herzenstakt schwappt schwarze Nacht,
sanft ruhig wiegend mich empor.
Lässt mich sinken, steigt hinauf.
Als ewig Wellenwahrheitsspiegel - Hier.

Dies´ Schiffchen sein ist,
gefaltet und gesetzt ins Meer der Nacht,
unsinkbar stark, aus Ewigkeitspapier gemacht.
Geformte Unschuld, unerreichbar.
Rein.

In seinem Schiffchen sein.
Das so in seinem Sein, vollkommen,
klein und ganz allein,
auf jenem fremd vertrauten, unergründlich Meer,
seiner Gewissheit sicher im festen Hafen ruht.

Während dunkle Ozean Wellen
im Sinken und emporgehoben sein,
dem Schiffchen neu und neu enthüllen,
wo es ankern mag und was dies Anker ist.
Es bleibt in seinem ruhend Anker sein,
in seinem einzig Urgrund unerreichbar,
da schon da.
Unbeirrbar,
als ob es sicher wär´ in allem,
das, was es immer war und werden kann und ist.
Noch es während es sich vergisst.

Bevor noch Sturm und Regen,
Ebbe, Blitz und Donner, Flut
und auch der Feuersegen es küsst, das off´ne Meer,
ja, das Große es durchnässt und fallend trägt.
Umarmend dann, wenn es wird verschlungen auch,
bleibt es unbeirrbar Es, ohne Wehr.
Als ob dies auch, wie wissbar
beizeiten eine Taufe wär´.

Bewegt, getragen ohne Bangen,
im Sinken und im Fallen.
Im Werden und im Lassen.
Und im Brennen manches mal.
In seinem Nehmen und Genommen sein ist es,
was aus der Ewigkeit so wunderbar
endlich werden kann.

Vom Kurs bestimmt des Unsagbaren.
Bewegt von der Natur – gänzlich ohne Namen.
In jedem sachten Schaukeln, jeder mutig Schau,
enthüllen sich gleich Samen.
Die größer sind als jenes Denken.
Sie wachsen Hier, in jenem Glanz der einzig, heilig Dunkelheit.
Sie reifen still heran, im Klang der Schöpfung – blau.

© 5.10.20

 

 

 

 

 

 

Entleere dein Gefäß.
Seele mach dich leicht.
Schwing frei dich auf den Weg einer frohen Neugeburt.

Entleere dein Gefäß.
Geh den nächsten Schritt,
der im scheuen Tasten noch dich ganz sicher trägt.

Entleere dein Gefäß.
Blick´ nur kurz zurück im frischen Glanz,
in Reichtum Leere Dankbarkeit.

Entleere dein Gefäß,
der dunklen Schwere trüber Last,
samt aller Ahnenscheiden.
Sinken still zurück beizeiten, ohne Hast.
In friedvoll Glück.
Staunender Versöhnung auch zugleich.

Und an dem Tor, wo Zukunft dich empfängt
ein heller Stern mit lichtem Glanz auf all das blickt
als ob es deiner wär´.
Ja, dein gütig liebend Augen Blick.
In seinem Angesichte leuchten alle Sterne der Vergangenheit.
Die finstren, wie die hellen.
Mit einem milden Lächeln fallen sie und steigen auf.
Regnen dann in reicher Pracht in golden Glanz auf dich herab.

Als ob sich alle Ahnen hier versammelt, in ihm zu Hause fühlen.
Weil Liebe fließt in allem.
Zuvor – zurück.
Erblicken dich in Freundlichkeit und Stolz.
Begrüßen dich in ihrem Lassen.

Mit ihrer Kraft in deinem Rücken, diesem Segen - geh weiter nun.
Entleere nur den letzten Rest betrübter Seelengifte.
Nimm heil´ge Kräuter mit dazu und an aus warmen Händen.

Lass dich bewegen aus deines Herzenstiefe,
Viel tiefer noch als dieses All.
Wo aus vertrautem sicher Schoß,
aus des Urgrund zartem Zittern
sich offenbart ein neuer Himmel.
Weiter, weiter, weiter, nur für dich.
Ein neues Land
unvorstellbar und so sacht dich längst gerufen hat.

Berührter Ganzheit wegen ist es nun vollbracht.
Entleert – Genommen und entschieden
was angemessen – angedacht.
Ruhe Hier in still Gewissen.
Kraftvoll gutes Ruhekissen.
Dass dein Gefäß sich erholen und erfüllen kann
mit neuer Lebenssaat vom mühsamen Enthüllen.

Aus deinem großen Ringen wirst du hier empfangen
in würdevoller Einfachheit.
Fortan aus frohem Mute sacht umarmt,
getragen vom Licht der Zuversicht,
das dir in neuen Farben spricht.

Durchschritten ist die Seelennacht.
Ergossen hat sich, was umarmt.
Was dich genommen hat.
Aus duftend Urgrund reiner Macht.

Dass ein nun leer´ Gefäß,
der Seele gleich wie du
neue Muster weben kann.
Frohe Bilder zeichnen mag.

Für dich und alle.

© 3.10.20

 

KONTAKT und ADRESSE

Im hohlen Baum 19, 63150 Heusenstamm

Kontakt

Tel: +49 (0) 6106 8819060
Email: lebensquell@gmx.de
Skype: carmenk.stern

Bildnachweis:

Bilder Carmen Katharina Stern

Newsletter