Vom Silber und vom Gold
Statt zu verstummen, sich im klaren Worte tummeln.
Dies genießen, dass es überhaupt kann sich ergießen,
in dich, ins Leben – fein.
Wo Sprechen einst dem Tod geweiht, bedrohlich war das Wort,
übermächtig und so fremd die Feinde einst im eig´nen Heim.
So war es hilflos dann verstummt
und fast verdorrt in einer eiskalt Wüste,
samt meines köstlich Kindermenschenwort.
Bis heute fesselte es mich noch irgendwie
an diesen kargen Schreckensort.

Jedes Wort ein Juwel, durfte es sich lösen.
Lyrik war mein Sprachrohr.
Hier konnt sich all das entfalten und erblühen,
was im verletzlichsten, missbräuchlichen Entblößen
erschreckend laut einst brach entzwei.
Als Lähmung im Verstummen, im ungehörten Schrei.
In ungeweinten, bitt´ren Tränen.

Die Kunst war es dem zu entwachsen.
Ohne zu wissen wie.
In unermüdlicher Geduld, den Konflikt ganz klar zu seh´n
und zu ruh´n in Dem, bis kam die Zeit für mich.
Wo das Wunder mich erneut und unglaublich
voller Segen im Einen,
wie im and´ren Mal befreit.
Zeitlos nach so langer Zeit.

Dem Fluß des Lebens und des Wort´s zu trauen,
denn es war dir ja geschickt,
bricht sich nun in Gnade und mit Wucht die Bahn.
Auf dass es werden will zu deinem neuen Leben,
dem persönlichsten fortan.

Was selbstverständlich unbemerkt für andere,
als Geburtsrecht gar geseh´n, doch das ist es nicht.
Ist ein unvorstellbar Wunder,
dir und dem Leben
in einer Art und Weise zugetan,
die im Genesen und im Sehen, diesem sicher sprachlos macht.
In Geborgenheit in dir und voller Acht.

Weißt du um den Luxus deines Sprechens?
Kennst du die Kraft des Lebens, des Echten?
Unvorstellbar für dich, da so normal.
Doch ist man verbannt ins Verstummte, Gelähmte,
ist´s wie im Aussatz einst im Lepra Tal.
Behinderung so unsichtbar, mit allen ihren Tücken,
wie einst all die perfiden Schreckenstaten
unaussprechlich unvorstellbar waren.

Umso staunender geschieht Befreiung.
Vom stummen Gefang´nen mit allem drum herum,
das ohne Worte war und ist und bleiben soll.
Ich bewahre dies in meinem Herzen,
nehm´all das mit ins Grab, sei´s drum.
Das Schlimme darf so bleiben schlimm und das Gute gut.
Genommen ist´s mit ganzem Herzen,
ruhend im Lebendigen, im Frieden.

Denn nun holt auch mich ab das Licht meines Zukunftssterns,
der sicher mir den Pfad des Lebens zeigt und leuchtet.
Einen Weg der Sicherheit, gehalten in mir selbst.
Hier kann ich gehen, wachsen, reifen, weiter, weiter, weiter,
voller Liebe und der Wunder voll, strahlen, tanzen, lieben, sein und auch sprechen wie ich will und darf und muss.
Drum soll im Wahren Wort,
in meinem Sprechen ab sofort,
im lebendig Laut, dem meinen,
sich befreit und voller Gnade,
jedes Mal ein Festtag wiegen.

Wie ein Geburtstag – ja gar ein neues Leben
soll es sein und siegen.
So will ich´s wagen nun in der Mitte meines Lebens,
als meine Seele sich so verheißungsvoll in mir niederließ,
mich aufschwang tief aus meinem Herzen,
vom Fuße bis zu meinem Kragen.

So flüstert hier sehr gütig weise,
Wahrheit nun in meinem Wort.
Ganz persönlich auf der Zunge tragend.
Hoffentlich zum Segen.
Für and´re – ja das war mir gegeben
konnt es fließen und klärend sich erheben
wie ein Diamant sich spiegeln dir.
Wer du bist dir zeigen so
und was dein Wunsch, dein Sehnen,
wo deine Kraft und tiefe Heimat dir.

Doch für mich sah´s anders aus – so lange Zeit bis nun.
Ohne Angst und mit Respekt, dem Echten.
Frei und drum verbunden.
Ist ein Geschenk, so unaussprechlich es auch ist
und unverständlich vermutlich wohl für dich.
Will ich jedes Worte hegen.
So will ich es nehmen, da es gut und voller Licht.
Das Erste Mal in dieser Weise, nur für mich in meinem Leben.

So ist das Sprechen Silber und das Schweigen Gold.
Doch ist es dir wie hier bei mir, so ist es andersrum.
So ist mein Schweigen Gold, nur wenn es frei gewählt von mir.
Und mein Sprechen ist wie Silberklang,
aus dem Glanz des Lebens, des Zukunftssterns gewebt,
der sicher, klar und voller Kraft mich friedvoll nun bewegt.

Mich lässt begegnen dir.
Mit dem Glanz des Sterns, aus seinem Licht.
Der Zartheit seines Klangs und mit dem Mut der Löwin Kraft.
Gesammelt tief aus mir,
will ich nun weitergehn.
Weiterleben - Gut.
Voller Zuversicht.
© 22.9.20