Da fliegen mir aus meiner Zukunft Leben
voll Leichtigkeit blaue Schmetterlinge froh entgegen.
Als ob sie mich empfangen.
Sie mich ermutigen, noch in dunklen Nächten meines mutig Lassens,
meines Werdens, meines Sterbens,
in Selbstvergessenheit klar zu entscheiden und ganz neu anzufangen.

Es sind so viele, in Gold und Grün und Blau und ist doch Eins.
Ihr zärtlich Hauch eines feinen Flügelschlags auf meiner bebend, schmerzend Haut
weckt mich aus dem Albtraum auf.
Im Schoß, im Herz, im Kopf,
in meinem ganzen Haus duftet es nach gold´nen Träumen.
Sie küssen meine Wunden, meine Narben.
Auf Brust, im Schoß und meiner Stirn.
Erleuchten sie durch heilsam Balsam ihres Nektars voll Erbarm´n.
Umarmen jedes Weh und jedes Ach,.
Jeder noch so dunkle Samen, der nicht meiner war, noch werden soll,
vergeht im Ahnenschoß des Alls, in heil´ger dunkler Nacht.

Aus dem Zukunftslicht, dem strahlend Stern
lockt ihr Tanz, ihr Ruf in unfassbares Glück und erfüllende Gefilde.
In wacher Schau werd´ ich wach und wacher aus meinem alten Traum.
Nacht für Nacht, mit schnellem Atem, heißem Schoß und nacktem Herz.
Atemzüge voller Angst und Schmerz und Lähmung einst,
Fieber und auch Enge schmelzen still hinweg mit jedem Wachen.
Formen sich und mich zu einem neuen Lebensbilde.
Fülle aus der Kargheit,
aus der Kälte – Wärme
und Fließen, gütig – aus der Strenge.

Als ob ihr Tanz in meinem entzückt und staunenden Erfassen
jedes Mal meinen scheuen Fuß ins Neue zieht,
während alle alten Lieder schweigend schön, warm versöhnt verblassen.

Ob ich es wagen kann, einen Fuß zu setzen?
Ja, ich bin mir sicher.
Kann nicht anders.
Diese Gnade nehm´ ich an.
Diese große Liebe.
Flattern erleichtert und vergnügt in mein Herz, in meine Hände,
meine Brust, in meinen Schoß, meinen Mund und meinen Gang.
Zuerst des Nachts und dann am Tag – voll Demut
in jedem, meinem Augen Blick.
Mit jedem Schritt.
Mit jedem liebenden Gedanken an Gesundheit, Frieden, Glück.
So werd ich seh´n und schaun, beglückend spür´n,
dass er mich tragen wird und formen - mein neuer Lebensklang.

Was einst zur Raupe werden musst, fern der Welt,
verschwunden und verpuppt in mulchiger Vererdung.
Verendete in alter Form, so ungesehen, still und so allein.
Geküsst von nichtiger Essenz veredelter Verehrung.
Im tiefsten Wahrheitsschoß vereint.
Verwandelt von Lebendigkeit.
Aus einstiger Vernichtung, bewegt von großer Hand
tritt ein Schmetterling -
lebendig Ebenbild meiner Seele nun ins Sein.

© 4.10.20