Des Nachts in Stille Wachheit
fand´ ich mich wie ein kleines Schiff aus unsinkbar, weiß Papier.
Völlig unbeschrieben Blatt auf einem Ozean groß.
Grenzenlos und schwarz.
Kein Land in Sicht, sachtes Wiegen, endlos bloß.

In jedem Atemzug,
mit jedem Herzenstakt schwappt schwarze Nacht,
sanft ruhig wiegend mich empor.
Lässt mich sinken, steigt hinauf.
Als ewig Wellenwahrheitsspiegel - Hier.

Dies´ Schiffchen sein ist,
gefaltet und gesetzt ins Meer der Nacht,
unsinkbar stark, aus Ewigkeitspapier gemacht.
Geformte Unschuld, unerreichbar.
Rein.

In seinem Schiffchen sein.
Das so in seinem Sein, vollkommen,
klein und ganz allein,
auf jenem fremd vertrauten, unergründlich Meer,
seiner Gewissheit sicher im festen Hafen ruht.

Während dunkle Ozean Wellen
im Sinken und emporgehoben sein,
dem Schiffchen neu und neu enthüllen,
wo es ankern mag und was dies Anker ist.
Es bleibt in seinem ruhend Anker sein,
in seinem einzig Urgrund unerreichbar,
da schon da.
Unbeirrbar,
als ob es sicher wär´ in allem,
das, was es immer war und werden kann und ist.
Noch es während es sich vergisst.

Bevor noch Sturm und Regen,
Ebbe, Blitz und Donner, Flut
und auch der Feuersegen es küsst, das off´ne Meer,
ja, das Große es durchnässt und fallend trägt.
Umarmend dann, wenn es wird verschlungen auch,
bleibt es unbeirrbar Es, ohne Wehr.
Als ob dies auch, wie wissbar
beizeiten eine Taufe wär´.

Bewegt, getragen ohne Bangen,
im Sinken und im Fallen.
Im Werden und im Lassen.
Und im Brennen manches mal.
In seinem Nehmen und Genommen sein ist es,
was aus der Ewigkeit so wunderbar
endlich werden kann.

Vom Kurs bestimmt des Unsagbaren.
Bewegt von der Natur – gänzlich ohne Namen.
In jedem sachten Schaukeln, jeder mutig Schau,
enthüllen sich gleich Samen.
Die größer sind als jenes Denken.
Sie wachsen Hier, in jenem Glanz der einzig, heilig Dunkelheit.
Sie reifen still heran, im Klang der Schöpfung – blau.

© 5.10.20